Unser Rückblick auf WWDC 2009
Vor etwas mehr als einer Woche sind wir von der WWDC 2009 zurückgekommen. Es war unsere erste WWDC, umso mehr waren wir gespannt und wurden nicht enttäuscht. Dieser Eintrag soll einen kleinen Rückblick geben, wobei die Konferenz selbst mit Ausnahme der Keynote am Montag unter Geheimhaltung steht und wir uns daher auf das Drumherum beschränken.
Termine
Die WWDC 2009 fand vom 08.06. bis zum 12.06. statt. Der genau Termin wurde von Apple am 26.03. begannt gegeben, wobei ca. 2 bis 3 Wochen vorher die ersten Gerüchte über genau diesen Zeitraum aufkamen, da im Kalender des Moscone Centers ein nicht näher spezifiziertes "Corporate Meeting" auftauchte (wobei man dazu sagen muss, dass es vorher auch Gerüchte zu anderen Terminen gab, die ebenfalls mit "Corporate Meeting" eingetragen waren).
Hotel
Bereits am 14.03. reservierten wir ein Zimmer im Hotel, da sich dieses bis einen Tag vor der prognostizierten Anreise ohne Kosten stornieren ließ. Wir entschieden uns für das Intercontinental San Francisco, welches direkt neben dem Moscone West liegt, vom Haupteingang des Hotels bis zum Haupteingang des Konferenzzentrums sind es ca. 250m zu Fuß. Wir hatten ein Zimmer im 19. Stock, Blick Richtung Süden, sehr geräumig und sauber, 2 "queen-size" Betten, Flachbildfernseher, schickes Bad. Der Zimmerpreis schwankte in den sieben Nächten zwischen $189 und $229 (netto), gesamt bezahlten wir $1667,70 (brutto), was laut Kreditkartenabrechnung 1210,99€ entsprach. Pro Person also ca. 600€, was wir aufgrund der sehr guten Lage und des netten Zimmers ziemlich akzeptabel fanden.
Flüge
Nach Bekanntgabe des Termins durch Apple buchten wir unmittelbar die Flüge. Stefan flog mit Continental von Berlin über Newark nach San Francisco für 556€, netter Preis, nachteilig die Wartezeit in Newark und der frühe Rückflug am Samstag um 06:40 Uhr. Thomas flog hin mit Lufthansa von Stuttgart über München nach San Francisco, zurück mit United Airlines nach Frankfurt und von dort mit der Lufthansa AirRail nach Stuttgart. Die Flugzeiten war netter als bei Continental, sowohl Hinflug als auch Rückflug starteten nach 13:00 Uhr. Dafür war der Preis mit 852,36€ deutlich teurer. Ist man bei den Zeiten flexibel, so lässt sich hier Geld sparen, wenn man nicht am Wochenende fliegt - wobei dann freilich zusätzliche Übernachtungen in San Francisco finanziert werden müssen. Billigster gefundener Preis: 440€ ab Berlin, allerdings hätte man 3 Tage früher fliegen müssen.
WWDC Tickets
Die Tickets fur die Konferenz buchten wir zuletzt, der Preis betrug dieses Jahr 999,00€ pro Person. Apple bestätigte die Bestellung zunächst per E-Mail, einen Tag später kam eine E-Mail mit einem Code, mit dem sich das Ticket online aktivieren ließ. Am 12.05. und am 19.05. sendete Apple je eine E-Mail mit der Nachfrage, ob die Angaben zu Name und Firma auf dem Eintrittsausweis ("WWDC Badge") korrekt sind. Außerdem wurde am 29.05. die "WWDC 2009 Attendee Site" veröffentlicht, auf der man sich mit seinem ADC-Konto einloggen und seinen persönlichen Zeitplan mit Sessions und Labs erstellen sowie diesen per iCal abonnieren konnte. Kurz vor der Konferenz gab es außerdem eine native iPhone App zum Download, wobei diese per Ad-Hoc-Distributation über iTunes oder Xcode zu installieren war. Die App beinhaltete die Gesamtliste sowie den persönlichen Plan der Sessions und Labs, Karten vom Moscone Center und der näheren Umgebung sowie einen Newsfeed, in den Apple während der Konferenz das ein oder andere Update einspeiste. Außerdem konnten direkt in der App die Sessions mit 1 bis 5 Sternen bewertet werden.
Mietwagen
Auf einen Mietwagen verzichteten wir, vom Hotel war außer dem Konferenzzentrum der Großteil der Innenstadt per Fuß oder öffentlichem Nahverkehr zu erreichen. Vom Flughafen nahmen wir ein Taxi, welches je nach Tageszeit zwischen $30 und $40 kostet. Das Hotel bietet auch einen Limousinen-Service von und zum Flughafen, dafür werden dann $45 fällig.
Sonstige Vorbereitung
Der Rest der Vorbereitung beinhaltete das übliche Packprozedere sowie das Ausfüllen des ESTA-Antrags sofern man über kein gültiges Visum für die USA verfügt und/oder der Antrag nicht bereits innerhalb der letzten 2 Jahre genehmigt wurde. Sinnvoll ist es auch einen mobilen Mac dabei zu haben, Pflicht ist es aber nicht. Die meisten Besucher hatten ein 15" MacBook Pro dabei, sehr vereinzelt sah man aber auch Besitzer eines Hackintosh. Außerdem standen auf der Packliste je ein iPhone, ein zusätzlicher iPod Touch (den wir aber nicht benutzt haben), zwei Digitalkameras nebst Objektiven, die passenden Ladegeräte, Leopard Installations-CDs für den Notfall (der nicht eintrat) sowie Steckdosen-Adapter für die USA.
Sonntag
Da wir am Samstag anreisten (wie wohl die meisten anderen Entwickler auch), hatten wir den Sonntag zur freien Verfügung. Erster Tagesordnungspunkt war die Registrierung im Moscone Center, wir kamen um 09:30 Uhr und hatten jeder ca. 30 Leute vor uns in der Schlange, wobei man sagen muss, dass wir bedingt durch unsere Nachnamen (die Registrierung war nach dem ersten Buchstaben des Nachnamens in Zweierblöcke aufgeteilt), ziemlich lange (wenn nicht sogar die längsten) Schlangen erwischt hatten. Eine halbe Stunde später waren die Schlangen schon deutlich kürzer, vermutlich spart man deutlich Zeit, wenn man erst in den Mittagsstunden eintrudelt. Zur Registrierung war Personalausweis oder Pass notwendig, danach bekam man neben dem Eintrittsausweis einen schwarzen, relativ flachen Notebook-Rucksack sowie ein T-Shirt. Ansonsten gab es noch nicht viel zu sehen, aber das Konferenz-WLAN war bereits geschaltet, so dass sich E-Mails, Twitter und RSS-Feeds synchronisieren ließen.
Im Anschluss liefen wir zusammen mit Markus Kirchner (seines Zeichens Begründer der Berliner CocoaHead-Gruppe) die Market Street bis zum Ferry Building, aßen Frühstück bei Noah's Bagels und liefen dann entlang der Piers bis zu Fisherman's Warf und von dort weiter bis zur Golden Gate Bridge (insgesamt 12km). Zurück nahmen wir den Bus bis zur Van Ness Avenue und liefen von dort rüber zur Hyde Street / Lombard Street, und dann entlang der Cable Car Linie und durch Chinatown zurück zum Hotel (weitere 5km). Gegen Ende aßen wir jeder einen "Six Dollar Burger" bei Carl's Jr. am United Nations PLZ, geschmacklich ganz gut, aufgrund der Größe kann man getrost auf das Menü mit Pommes verzichten und den Burger einzeln bestellen.
Was wir nächstes Mal anders machen würden: Die Strecke zwischen Fisherman's Warf und Golden Gate wurde auf der zweiten Hälfte ziemlich lang. Entweder man fährt das Stück mit dem Bus, dabei verpasst man aber einige gute Stellen für Fotos der Golden Gate Brücke, oder man mietet sich am Fisherman's Warf ein Fahrrad.
Keynote
Traditionell beginnt die WWDC am Montag mit der Keynote um 10:00 Uhr, dieses Jahr ohne Steve Jobs, aber wir wollten trotzdem dabei sein und hätten uns geärgert, wenn an den Gerüchten, dass Steve doch noch irgendwie auftaucht, etwas dran gewesen wäre. Gegen 05:30 (Dank an den Jetlag!) verließen wir das Hotel und gesellten uns ans Ende der Warteschlage, die zu diesem Zeitpunkt schon die komplette Gebäudeseite entlang der 4th Street reichte. Das Wetter war kühl, Pullover und Jacke angebracht. Das Konferenz-WLAN war draußen mit dem iPhone nicht zu empfangen, dennoch gestaltete sich das Warten ganz unterhaltsam, da mehr oder weniger regelmäßig Leute an der Schlange vorbei liefen, die irgendwas anzubieten hatten. Wir erhielten eine kostenlose Ausgabe des MacTech Magazine, einen kostenlosen Apfel-Zimt-Muffin, ein T-Shirt von FastMac, einen StarBucks-Kaffee von einem Mitwartenden, der sich bei der Anzahl der Kaffees für seine Freunde verzählt hatte, ein Entwicklerkit samt USB-Dongle von SecuTech sowie eine Quietscheente von Symbian, die skurilerweise für eine Konkurrenzverstaltung am Nachmittag warben.
Gegen 08:00 Uhr wurden die erste Leute ins Moscone-Center gelassen, wir durften hinauf bis in den zweiten Stock, wo die Menschenmenge in den Fluren Platz nahm. Es gab Starbucks-Kaffee, Donuts und andere süße Teilchen sowie Smoothies. Kurz nach 09:30 Uhr ging es weiter, mit der Rolltreppe in den dritten Stock und von dort in den Saal "Presidio". Die Platzsuche verlief halbwegs zivilisiert, wir saßen halb-links etwa in der Mitte von vorne. Kurz vor uns hingen ganz links und ganz rechts große Flachbildschirme von der Decke (etwa in derselben Größe wie die Leinwand auf der Bühne), so dass auch die hinteren Reihen einen guten bis sehr guten Blick hatten.
Über die Keynote selbst haben andere schon ausführlich berichtet, wir fanden den Mittelteil mit der Präsentation des iPhone SDK 3.0 sowie die Präsentation der verschiedenen Entwickler eher langatmig, der Rest der Show war recht unterhaltsam.
Was wir nächstes Mal anders machen würden: Da von unserer Sitzposition das untere Fünftel der vorderen Leinwand sowie der jeweilige Präsentierer teilweise schlecht zu sehen waren, würden wir uns beim nächsten Mal vermutlich eher weiter hinten platzieren und das Geschehen auf den Displays verfolgen.
Essen, Trinken, Internet
Auf der Konferenz gab es vor der ersten Session jeweils Frühstück, nach den zwei Vormittagssessions eine lange Mittagspause und nach der ersten Nachmittagssession Kuchen und Süßes (alles im Eintrittspreis enthalten). Das Frühstück bestand primär aus Kuchen und Muffins, dazu Kaffee und Smoothies. Kein Obst, keine Müsli oder ähnliches. Ein echtes Highlight waren die fast den ganzen Tag verfügbaren Smoothies, die mit reichlich zugesetzten Vitamen protzten und (trotzdem) gut schmeckten. Ab dem Mittagessen gab es außerdem Softdrinks in Dosen, z.B. Mountain Dew, 7 Up, Pepsi, Dr. Pepper oder Root Beer. Zum Mittag bestand die Auswahl aus 3 verschiedenen Boxen mit einer kalten Hauptspeise (Sandwiches, Wraps oder Salat), einer kleinen Portion Nudelsalat und einem Stück Kuchen. Der eine mag es, der andere nicht. Als Alternative lohnt es sich die umliegenden Einkaufszentren anzusteuern, in denen die Footcourts eine größere Auswahl an halbwegs preiswerten Restaurants bieten. Der nachmittags angebotene Kuchen und die Cookies war wiederum sehr lecker, mit riesigen Schüsseln voller M&Ms (INSERT FOTO), Gummibären und ähnlichen kann man bei Geeks auch nicht viel falsch machen. :)
Das drahtlose Internet auf der Konferenz war mit einem Notebook grundsätzlich gut nutzbar und brauchbar schnell. Hin und wieder ging mal eine halbe Session lang gar nichts, aber im großen und ganzen klappte es gut. Ganz anders auf dem iPhone, teilweise war es reines Glück mal für 5min beim Warten in einer Schlange Netz zu bekommen. Und wenn man dann doch mal Netz hatte, flog man nach fünf Minuten wieder raus. Die schwächere Empfangsleistung des iPhones war hier eindeutig einem Notebook unterlegen. Alternativ konnte man sein Notebook an diversen Stellen auch ans kabelgebundene Netzwerk anstöpseln, die Geschwindigkeit war dann noch mal deutlich besser, selbst Videochats in die Heimat waren möglich.
Abends
Montag: iPhone Intelligence Party, kurze Schlange, kostenloses Bier getrunken, danach zurück zum Hotel und unterwegs was gegessen.- Dienstag: Apple Design Awards und Stump the Experts, insbesondere letzteres sehr unterhaltsam, sollte man nicht verpassen.
- Mittwoch: MacRuby drink @ WWDC 2009, ca. 20 MacRuby-Entwickler und -Interessierte trafen sich in einem mexikanischen Restaurant, gute Gespräche und Diskussionen, wie sich die Position von MacRuby in der Apple-Welt entwickeln soll und kann
- Donnerstag: WWDC Bash at Yerba Buena Gardens, die offizielle Apple Party, nette Location, kostenloses Essen (Sushi, Pizza, Hotdogs, Nudeln, Cookies) und Getränke (Wein, Bier, Soft Drinks), als Live Band Cake.
Zusammenfassung
Zusammenfassend bleibt eigentlich nur zu sagen: Es war eine großartige Konferenz! Wir warten sehnsüchtig auf die Videos von allen Sessions, die Apple "in Kürze" für jeden Teilnehmer kostenlos zum Download anbieten will, und freuen uns schon jetzt auf WWDC 2010.
Schlüsselwörter: wwdc
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